Xiaomi Poco X3 NFC: Praxis Test des preiswerten China-Handys

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oco ist nicht nur ein Möbel-Discounter, sondern auch eine Submarke von Xiaomi. Der Name stand bisher für erstaunlich schnelle Geräte zum relativ kleinen Preis. Das

Pocophone F1

(das “phone” hat man mittlerweile abgelegt) hat seinerzeit für Tempo-Rekorde gesorgt. Nach

Poco F2 Pro

und

Poco X2

ist es nun Zeit für das Poco X3 NFC, das aber eher in der Mittelklasse angreift. COMPUTER BILD war gespannt, was zu (Einführungs-)Preisen ab 199,90 Euro möglich ist und hat das Android-Smartphone bereits ausprobiert.

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Poco X3 NFC: Gib Kante!

Poco X3 © COMPUTER BILD / Michael Huch

Der Fingerabdrucksensor befindet sich an der Seite, die Kamera ragt 2,3 Millimeter aus der Kunststoffrückseite heraus.

Mit einer Breite von 76,8 Millimetern ist das Poco X3 nicht gerade die erste Wahl für Leute mit kleinen Händen. Es ist 165,3 mm lang, ohne Kamera 9,4 mm hoch und bringt 215 Gramm auf die Waage. Die Rückseite aus Polycarbonat und der Rahmen aus Aluminium sind beide glatt und rutschig. Obwohl der Rücken abgerundet ist, kommt man auf dem Weg zum Gorilla Glass 5 auf der Vorderseite an zwei fühlbaren Kanten vorbei. Mit der aufgebrachten Schutzfolie sind es sogar drei. Swipen über den Bildschirmrand hinweg hat man also schon angenehmer erlebt. Das Poco X3 ist nach IP53 vor Spritzwasser geschützt.

Poco X3: LC-Display mit “Loch”

Poco X3 © COMPUTER BILD / Michael Huch

Der Bildschirm hat eine Diagonale von 6,67 Zoll.

Der 6,67 Zoll große Bildschirm kommt im 20:9-Format. Zum Einsatz kommt ein LCD mit einer Auflösung von 2400×1080 Pixeln. Im Vergleich zu OLEDs fehlt es dem Poco X3 etwas an Kontrast, aber Schärfe und Darstellung gehen absolut in Ordnung. Dank 120 Hertz (Hz) Bildschirmwechselfrequenz ist das Scrollen angenehm flüssig. Die dynamische Anpassung (50, 60, 90, 120 Hz) spart je nach Darstellung Energie. Mit 240 Hertz “Touch-Response” soll die Eingabeverzögerung besonders gering sein. Was ebenfalls sehr klein ausfällt, ist der Blickwinkel, aber das kann in der Bahn als Schutz vor ungewollten Blicken ja auch ganz angenehm sein. Oben in der Mitte steckt die kreisrunde Frontkamera, die mit 20 Megapixel Auflösung detailreiche Selfies fabriziert.

Poco X3 © COMPUTER BILD / Michael Huch

Der Bildschirm ist nicht gedimmt. Das Foto zeigt den eingeschränkten Blickwinkel.

Poco X3: Mittleres Tempo

Anders als beim Pocophone F1 oder dem Poco X2 Pro sorgt kein Top-Prozessor für Tempo. Das Poco X3 ist ein Mittelklasse-Handy und bietet auch Mittelklasse-Tempo. Dafür sorgt der Qualcomm Snapdragon 732G mit der Adreno-618-GPU. Im Test lagen die Benchmarkwerte auf Augenhöhe mit dem

Google Pixel 4a

und etwas oberhalb des

Xiaomi Mi Note 10 Lite

. Das eine ist besonders handlich, das andere erstaunlich schick. Das Poco X3 ist nichts von beidem. Im Slingshot-Benchmark von 3D Mark kam das X3 auf 3.782 Zähler. Zum Vergleich: Das

Asus Zenfone 7 Pro

lieferte mit über 10.000 Zählern gerade den aktuellen Top-Score. Im Alltag lässt sich das X3 schnell bedienen und stellt auch 3D-Spiele flüssig dar. Schließlich soll es mit Flüssigkeitskühlung und seinem Vibrationsmotor auch Zocker zufriedenstellen.

Poco X3 mit 4 Linsen

Poco X3 NFC Kamera © COMPUTER BILD / Michael Huch

Bei voller Auflösung kommt das Poco X3 NFC auf 64 Megapixel. Im Standard-Modus sind es 16 Megapixel.

Die Hauptkamera (Sony IMX682; f/1.89) löst mit bis zu 64 Megapixel (MP) auf. Im Standard-Modus fügt das Poco X3 jeweils 4 Pixel zu Aufnahmen mit 16 MP (4624×3472 Pixeln) zusammen. Daneben gibt es eine Ultraweitwinkellinse (119 Grad Aufnahmewinkel; f/2.2) mit 13 MP, eine Makrolinse mit 2 MP und einen Tiefensensor (2MP). Als wir endlich die Makrolinse im Pro-Modus aktivieren konnten, zeigte sie letztlich doch noch, dass sie besondere Aufnahmen machen kann. Allerdings sollte eine smarte Foto-App doch automatisch in diesen Modus wechseln, wenn man sich wenige Zentimeter vor dem Motiv befindet, statt nur unscharfe Fotos im Sucher anzubieten. Ansonsten erfreute das Poco X3 bei den ersten Testfotos bei Tageslicht mit detailreichen, unverrauschten Fotos.

Poco X3 © COMPUTER BILD / Michael Huch

Das Poco X3 verfügt auf der Rückseite über vier Linsen.

Poco X3 Ultraweitwinkel © COMPUTER BILD / Michael Huch

Ultraweitwinkelaufnahme. Die Originalaufnahme hat eine Auflösung von 4208×3120 Pixeln bei einer Dateigröße von 8,4 Megabyte.

Poco X3 Foto Standard © COMPUTER BILD / Michael Huch

Standardaufnahme. Die Originalaufnahme hat eine Auflösung von 4624×3472 Pixeln bei einer Dateigröße von 12,5 Megabyte.

Poco X3 Foto Zoom © COMPUTER BILD / Michael Huch

2xZoom. Die Originalaufnahme hat eine Auflösung von 4624×3472 Pixeln bei einer Dateigröße von 11,2 Megabyte.

Poco X3 Zoom max. © COMPUTER BILD / Michael Huch

10xZoom (maximal). Die Originalaufnahme hat eine Auflösung von 4624×3472 Pixeln bei einer Dateigröße von 8,2 Megabyte.

Videos

Die Hauptkamera speichert Videos mit maximal 4K bei 30 fps (fps = frames per second, Bilder pro Sekunde) oder 60 fps in 1080p.

Smartphone-Neuheiten von A bis Z

Poco X3 © COMPUTER BILD / Michael Huch

Geladen wird ausschließlich per USB Typ C. Auch eine Klinkenbuchse ist an Bord.

Großer Akku im Poco X3

Der Akku hat eine Kapazität von üppigen 5.160 Milliamperestunden. Das sorgt für eine überdurchschnittliche Ausdauer. Sie laden über das mitgelieferte Netzteil mit bis zu 33 Watt. In 65 Minuten soll eine Vollladung ablaufen, 30 Minuten reichen für 62 Prozent. Kabelloses Laden suchen Sie in dieser Preisklasse vergeblich.

Poco X3 NFC: Ausstattung

Der Arbeitsspeicher beträgt 6 Gigabyte (LPDDR4X), der Gerätespeicher 64 oder 128 Gigabyte (UFS 2.1), von dem knapp 21 GB belegt sind. Wer mehr braucht, kann per microSD um bis zu 256 GB nachrüstem. Als Betriebssystem kommt

Android 10

in Verbindung mit Xiaomis Oberfläche MIUI 12 zum Einsatz. NFC scheint so wichtig zu sein, dass es sogar zum Namen gehört. Damit können Sie beispielsweise berührungslos via Google Pay bezahlen. Ansonsten ist noch Bluetooth 5.1 mit von der Partie.

Poco X3 © COMPUTER BILD / Michael Huch

Lieferumfang: In der Box sind USB-Typ-C-Kabel und ein Schnelllade-Netzteil mit 33 Watt.

Poco X3 NFC: Preis und Verfügbarkeit

Das Poco X3 ist zum 10. September 2020 ab 13 Uhr für 24 Stunden auf Mi.com und Amazon zum “Early-Bird-Preis” von 199,90 Euro (6/64 GB) und 249,90 Euro (6/128 GB) verfügbar. Danach beträgt die reguläre UVP 229,90 Euro (6/64 GB) und 269,90 Euro (6/128 GB).

Poco X3 © Poco

Das Poco X3 NFC erscheint in “Cobalt Blue” und “Shadow Gray”.

Poco X3 NFC: Test-Fazit

Für Temporekorde ist das Poco X3 nicht der geeignete Kandidat, für eine vernünftige Ausstattung im Preisbereich von 200 Euro allerdings schon. Klar, dass man hier keinen Spitzenprozessor oder OLED-Bildschirm erwarten darf. Dafür punktet das Poco X3 mit einem riesigen Akku und einer umfassenden Foto-Ausstattung. Allerdings stellt sich die Frage, warum hier Poco draufsteht und ob es nicht Xiaomi genauso getan hätte?

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